Schlager ist nicht gleich Schlager

Hin und wieder bekommen wir in der platzpirsch-Redaktion Einladungen, die sich scheinbar verirrt haben. Meist schicken uns Locations eine Einladung, damit wir ihre Räumlichkeiten besichtigen oder für einen netten Abend, bei dem so gut wie immer die Dienstleistungen der Locations im Vordergrund stehen. Das ist für uns sehr informativ und auch durchaus erwünscht, weil wir gerne über neue Locations berichten, aber auch immer ein bisschen mit Arbeit verbunden. Mal mehr, mal weniger.

Vergangenen Samstag erreichte uns eine Einladung zur Premiere von „Lady Sunshine und Mister Moon“ im Theater Akzent. Alexandra Ritter von MusicArtsVienna, die ich bei einem der unzähligen Messe-/Netzwerkevents kennengelernt habe, lud mich spontan zu einem Abend mit dem Untertitel: „Die Revue mit den schönsten Melodien der 20er bis 50er Jahre“.

Na bum, ich, der ja gerne Metal, Techno oder auch Punk hört – Hauptsache schnell und laut – jetzt Schlager von Peter Alexander und Co …

Was für ein Kontrast.

Aber, was soll ich sagen, es war großartig.

Lady Sunshine und Mister Moon & das GUTEN MORGEN ORCHESTER

Lady Sunshine und Mister Moon & das GUTEN MORGEN ORCHESTER – wer es ein bisschen umfangreicher haben möchte.

Lady Sunshine und ihr Mister Moon haben das restlos ausverkaufte Theater (danke für die Karten, Alexandra) sensationell unterhalten. Schon das Warm-up der beiden war unterhaltsamer als so manche Moderation von vermeintlich lustigen ORF-Moderatoren. Apropos Fernsehen: Die gesamte Show an diesem Abend wurde aufgezeichnet und wird am 8. November auf ORF III ausgestrahlt. Ich weiß zwar nicht, ob die Show im TV genauso sensationell rüberkommt, wie bei dieser Live-Premiere, aber ich hoffe trotzdem, dass der eine oder andere ORF-Entscheider sich diese Aufzeichnung ansieht und zum Schluss kommt, dass die beiden einfach ein viel größeres Publikum brauchen und auch verdienen.

Geboten wurde tatsächlich eine Show von lauter Klassikern, dabei wurde jedoch nie einfach eine Kopie von Peter Alexander oder Zara Leander abgeliefert. Elisabeth Heller und Oliver Timpe schafften es, ein Programm zu kreieren, das sehr lustig, manchmal nachdenklich, hin und wieder leicht frivol, aber immer mit viel Charme rüberkommt. Stets wurden die einzelnen Musik-Titel mit einer kleinen Geschichte angekündigt, was nie Langeweile aufkommen ließ.

Die Nummern selbst waren sehr gut interpretiert und entlockten meinem, schon etwas betagten Sitznachbarn, der diese Zeit (also zumindest die 50er) sicher noch live miterlebt hat, nach jedem einzelnem Lied entweder ein “gut!“ oder „sehr gut!“. Wobei nicht erkennbar war, ob es einen Qualitätsunterschied zwischen „sehr gut“ und „gut“ gab, denn sein Beifall war bei beiden Varianten gleich frenetisch.

Sehr interessant zu beobachten war, dass die Musiker des Guten Morgen Orchesters den beiden unentwegt mit einem Lächeln auf den Lippen gefolgt sind. Speziell der Harmonikaspieler – aber das wohl auch deshalb, weil er auf seine Tochter „Lady Sunshine“ ziemlich stolz gewesen sein muss, zumindest hat es so ausgesehen. 🙂

Lady Sunshine und Mister Moon

Lady Sunshine und Mister Moon können auch für Firmenevents gebucht werden.

Alles zusammen führte nach der Show sogar zu Standing Ovations im Publikum. Zu Recht oder nicht, das mögen Kritiker beurteilen. Was ich erlebt habe, ist, dass ich nach zwei Minuten Warm-up mit Lady Sunshine und Mister Moon begonnen habe zu lächeln und erst sehr viel später an diesem Abend, beim Einschlafen, damit aufgehört habe. Wahrscheinlich aber doch erst am nächsten Tag. Das ist um einiges mehr, als ich von so manch anderen Events mitgenommen habe.

Fotos Copyright: Lady Sunshine und Mister Moon
Fotograf: Martin Hesz

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