Jane Goodall – echt emotional.

Im März dieses Jahres ruft mich Doris Schreyvogel vom Jane Goodall Institiut an und fragt mich, ob ich ihr ein wenig helfen kann, eine Location für einen Vortrag von Jane Goodall zu finden. Es sollen 500 bis 700 Personen Platz finden. Perfekt, denke ich, ein cooles, repräsentatives Event mit großer PR-Wirksamkeit und dazu auch noch lukrativ… Lukrativ?
Nein, es soll ein Charity Event werden. Also Location als Sponsor. Na egal, wir haben ja Zeit genug, da findet sich schon was. Zeit genug?
Nein, Jane Goodall kommt schon im Juni. Hm, drei Monate, 700 Personen, zwei Vorträge – also die Location für den kompletten Tag, ohne Budget… na, das ist ja mal eine Herausforderung.

Schwierig, denke ich, weil es ja wirklich viele Charity Events gibt, die alle irgendetwas wollen und kein Budget haben. Aber egal, jetzt hab‘ ich schon zugesagt, da kann ich mich genauso gut auch richtig reinhängen. Ich schreibe also, über unsere Seite raumverteilung.at, ein paar Kunden an und habe innerhalb kürzester Zeit sogar vier interessierte Locations zur Auswahl, wobei unsere Wahl dann letztendlich auf das Palladion XXI im Colosseum XXI fiel. Warum? Weil Elisabeth Kargl vom dortigen Eventteam bei unserem Termin außerordentlich sympathisch war und uns hilfsbereit zur Seite stand, auch noch die Technikfirma Concept Solutions als Sponsor ins Boot holte und die Arbeit von Jane Goodall ganz toll findet. Eine perfekte Partnerin für dieses Event also.

Soweit die ersten Vorbereitungen, dann das Event.

Das Event selbst war bis auf den letzten Platz ausverkauft, was mich besonders gefreut hat. Alfons Haider hat moderiert und durch den Abend geführt. Wenn er im Dank an die Sponsoren noch „Martin Benkovics von platzpirsch“ (und nicht platzhirsch) gesagt hätte, dann wäre der Abend wirklich perfekt gewesen. 😉
Sonst hat er seinen Job sehr gut gemacht.

Aber jetzt: Jane Goodall.

Jane Goodall im Palladion XXI. Foto: Bernhard Eder

Jane Goodall im Palladion XXI. Foto: Bernhard Eder

Jane Goodall stellte sich auf die Bühne und erzählte über eine Stunde von ihrem Leben, wie sie als Kind durch das Werk von Edgar Rice Burroughs vom „Afrika-Virus“ erfasst wurde … fast ein wenig traurig, dass Tarzan die falsche Jane geheiratet hat. 🙂 Und wie sie als junge Frau mit 23 Jahren ganz alleine nach Afrika reiste, um dort zu arbeiten. Was zu der Zeit (Jane Goodall ist heute 81 Jahre alt) ein ziemlich mutiger Schritt war. Mit entsprechend großer Hochachtung lauschten alle Anwesenden. Weiters erzählte Jane Goodall darüber, wie sie zu den Schimpansen kam, irgendwann auf Vortragsreisen ging und nie wieder damit aufhörte. Zum Schluss zeigte Jane uns Anwesenden noch einen wirklich berührenden Film über eine Schimpansin, der durch eine Bluttransfusion (die sie organisiert hatte) gerettet und wieder in die Wildnis ausgesetzt wurde. Dabei haben sich Jane Goodall und die Schimpansin bei dieser Aktion, also als sie nach der Genesung ausgesetzt wurde, zum ersten Mal gesehen.
Was dort passierte, war ganz erstaunlich. Die Schimpansin namens Wounda  wurde freigelassen und setzte sich auf den Transportkäfig, alle umher stehenden Helfer (wie auch Jane Goodall) warteten darauf, dass Wounda irgendetwas machte, weglief, herumhüpfte oder einfach nur gelangweilt im Dschungel verschwand. Was aber macht Wounda? Sie geht zu Jane Goodall und umarmt sie, minutenlang… beide haben sich an dem Tag zum ersten Mal gesehen.

Das war wirklich beeindruckend (hier das Video dazu).

Diese Frau ist echt was Besonderes, weil sie nicht nur das lebt, was sie in den Vorträgen erzählt, nein, sie weiß auch Bescheid, dass es eine Welt außerhalb ihres Werteverständnisses gibt, und dass das auch okay ist. Interessant ihr Verhältnis zu Social Media. Jane Goodall findet, dass Social Media die Welt zu einer besseren Welt macht. Ja, das ist doch überraschend.

Jane Goodall im Palladion XXI. Foto: Bernhard Eder

Jane Goodall im Palladion XXI. Foto: Bernhard Eder

Für mich war das ein sehr angenehmer und entspannter Abend, ein vollkommener Kontrast zu den Veranstaltungen, die ich üblicherweise besuche. Von mir gibt es auch noch ein Danke an alle Sponsoren, die das ermöglicht haben, im Besonderen möchte ich noch die Leute vom Zukunftswerk erwähnen, denen ich in einem „Nebensatz“ von der Veranstaltung erzählt habe und die sich ganz spontan bereit erklärten, das Event mit CO2 Zertifikaten zu sponsern. Was das Event auch noch CO2-neutral machte und Uganda zugutekommt.
Und danke an Doris Schreyvogel, es war sehr schön zu sehen was aus unserem ersten Gespräch entstanden ist.

Close Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  Newsletter kostenlos abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)