access 2015. Die bessere access?

Als 2013 angekündigt wurde, dass die access eine Evaluierungsphase zwecks Qualitätsverbesserung einlegen würde, war ich voller Freude. Denn diese für Österreich sehr wichtige Veranstaltung war doch schon etwas in die Jahre gekommen und benötigte auf jeden Fall eine Modernisierung.

Die erste Veränderung

Die erste Neuerung wurde bald angekündigt und war mit relativ wenig Aufwand sofort fertig. Ein neues Datum.
Die access 2015 wurde einfach um ein paar Monate vorverlegt. Soweit, so besser.
Über alles, was danach kam, konnten wir uns in den letzten Wochen und Monaten und auf der Messe ein Bild machen.

Die Kommunikation

Wenn es um die gesamte Kommunikation geht, wie Website, Social Media, E-Mail-Aussendungen oder auch Presseaussendungen, gibt es auf jeden Fall noch sehr viel Luft nach oben. Auf eine Pressekonferenz wurde, zum großen Erstaunen der Medien-Vertreter, komplett verzichtet. Was die Qualität der Berichterstattung auf keinen Fall verbessern wird.

Die access-Website schaut noch immer so aus wie vor einigen Jahren, das Anmeldesystem wirkt auch nicht sehr modern und hatte, laut einiger Hosted Buyer, auch so seine Tücken.

Die Messe selbst wirkte etwas aufgelockert, nicht so voll geräumt wie in vergangener Zeit. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass viele Aussteller erst diese „verbesserte“ Messe ansehen wollten, um zu entscheiden, ob sie das nächste Mal wieder dabei sein werden oder eben nicht.
Es waren auch nicht so viele Besucher wie in den letzten Jahren zu sehen. Was aber kein Problem war, denn sehr viele Aussteller hatten uns berichtet, dass die Qualität der Messebesucher ganz hervorragend war.

Na, das ist ja wohl die Hauptsache.

Wir, Peter Cramer von miceboard.de und ich, hatten tatsächlich sehr viele und gute Gespräche. Und wir waren nicht die einzigen. Dabei hat sich ganz deutlich gezeigt, dass die Branche MICE-Messeformate braucht und auch gerne nutzt. Wir kommunizierten mit vielen Destinationen, Hotelketten und auch Eventlocations über die access, Messen im Allgemeinen und auch über Netzwerk-Formate wie unser MICE BOAT und MICE by melody. Dabei hatten wir immer das Gefühl, dass unsere eher ungewöhnlichen Netzwerk-Eventreihen sehr gut verstanden und auch angenommen werden, aber auch, dass ein Mangel an innovativen Messe-Formaten besteht. Mehr Mut wäre da nicht so schlecht.

access 2015 mit PeC Kommunikation & platzpirsch.at

v.l.n.r. Sayuri Cramer-Sales, Peter Cramer (beide PeC Kommunikation), Marion Vogt (platzpirsch.at), Antonia Vedder (PeC Kommunikation), Martin Benkovics (platzpirsch.at )

Mein persönliches Fazit der access „neu“

Neu war nur das Datum. Ob das jetzt besser ist, kann ich nicht beurteilen. Hier und da anders designte Messestände sind allerdings zu wenig, um der gesamten Messe ein „Achtung innovative Qualität!“-Schild umzuhängen.
Gut war, dass die Aussteller mit den Gesprächen zu einem großen Teil sehr zufrieden waren. Das ist gut für kommende Messen und das erleichtert sicher auch die Akquise.
Der große Schwachpunkt war, meiner Meinung nach, die komplette Kommunikation. Es gibt in diesem Land so viel kreatives Potenzial, von Leuten die den Organisatoren sicher gerne unter die Arme greifen und die gesamte PR/Online-Kommunikation übernehmen könn(t)en. Und ein sinnvolles Anmeldesystem, das den Namen auch verdient, ist sicher auch nicht so schwer zu finden.

Frischer Wind, wo auch immer, würde der Messe auf jeden Fall sehr gut tun.

Die „Qualitätslatte“ liegt also bei den Hosted Buyern hoch und bei der Kommunikation eher niedrig. Wenn das die Organisatoren noch in den Griff bekommen, kann die access eine wunderbare Geschichte werden. Und dann fragen sich die ausländischen Hosted Buyer sicher nicht mehr: Wo sind denn die österreichisch Buyer?

Foto: (c) Screenshot aus dem access-Video: http://www.tourismusvideo.at/v/access-2015-ffnet-fr-zwei-tage-ihre-tore/

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Comment (1)

  1. „Luft nach oben!“ trifft es. Durch eine Verkleinerung der Hosted Buyer Anzahl, lässt sich nicht automatisch auch deren Qualität verbessern – und auf Supplier-Seite gab es auf der access schon deutlich kreativere und innovativere Auftritte, insbesondere bei den Messe-Ständen. Überraschend ist, dass es den Veranstaltern offensichtlich nicht gelingt, die heimischen Event-Planer nach Wien auf die Messe zu bekommen. Die Frage ist gerechtfertigt: Wo sind die österreichischen Buyer?!

    Die Frage muss sich der Veranstalter stellen, oder auch nicht. Schaut man mal über die Grenze in die Schweiz, zur „Suisse EMEX“, oder zur „mbt meetingplace“ oder zur „Best of Events“ (beides Deutschland), dann lässt sich feststellen, dass diese Messen insbesondere von sehr vielen heimischen Buyern besucht werden. Dabei sind diese Messen nicht von den offiziellen staatlichen MICE-Organgen, wie das Schweizer-, oder German-Convention-Bureau, organisiert, sondern von Unternehmen aus der MICE-Branche – wie eine Vielzahl weiterer Branchen-Formate auch. Vielleicht liegt ja aber auch genau darin der Schlüssel zum Erfolg…

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