3 Fragen an: Katharina Rudas-Zehender

Katharina Rudas-Zehender begann ihre Location Manager Laufbahn im Jahr 2004 im heutigen Gartenpalais Liechtenstein, von wo sie dann 2007 in das platinum vienna von DO&CO wechselte. Als die Eventagentur KOOP Live Marketing & CO KG im Jahr 2010 die Aula der Wissenschaften auf der Wollzeile übernahm, wechselte auch Katharina Rudas-Zehender dorthin. Dies waren drei sehr unterschiedliche Wiener Event Locations, in denen sie viele Erfahrungen sammeln konnte und das Location Manager Business in all seinen Facetten lernen durfte. Im Jahr 2013 machte sich Rudas-Zehender mit ihrer Firma EVE Events Venues Exhibitions GmbH selbständig und betreut derzeit drei Wiener Eventlocations. Parallel schreibt sie für die Wirtschaftskammer als Co-Autorin beim Veranstaltungssicherheitshandbuch mit, dessen zweiter (von fünf) Teilen diesen Februar erscheint.

Martin Benkovics: Katharina, du bist, trotz deiner jungen Jahre, schon so etwas wie ein „Urgestein“ (wenn ich das sagen darf) in der Eventbranche. Warum hast du dich entschlossen, diesen Beruf zu wählen?

Katharina Rudas-Zehender: Das war schon eine ganz frühe Entscheidung. Organisieren hat mir schon immer Spaß gemacht und nachdem ich dann den Schulball meiner Schule organisiert habe, war es sozusagen um mich geschehen. Ab diesem Zeitpunkt habe ich gewusst, dass ich in die Eventorganisation gehen will und habe den Weg immer weiter verfolgt. Aufgrund ein paar glücklicher Zufälle durfte ich dann, neben meinem Studium, mit 21 bereits in meiner ersten Location, dem damaligen LIECHTENSTEIN MUSEUM im 9. Bezirk, zu arbeiten beginnen und seitdem bin ich der Location Manager Schiene treu geblieben.

Benkovics: Du bringst mit der EVE eine neue Branchenmesse auf den Markt. Was unterscheidet deine Messe von anderen Messen für die Veranstaltungsbranche – wie zum Beispiel von der access?

Rudas-Zehender: Es gibt einige Aspekte, mit denen wir versucht haben, die EVE Messe von den bisherigen Event Messen abzugrenzen. Zum einen haben wir bei der Auswahl der Aussteller sehr großen Wert auf Vielfältigkeit gelegt. Unser Ziel ist, jedes Gewerk der Eventbranche auf unserer Messe widerzuspiegeln. Um dies zu gewährleisten, haben wir darauf geachtet, dass aus jedem Bereich maximal drei bis vier Aussteller vertreten sind. So sollte wirklich für jeden etwas dabei sein. Für den Zulieferer genauso wie für Endkunden. Als zweites Novum auf der Messe bieten wir gemeinsam mit der WKO eine Info Lounge an, wo u.a. Vertreter aller wichtigen (behördlichen) Abteilungen mit Informationen zur Verfügung stehen (MA 36, AKM, Vergnügungssteuer, Veranstaltungsrecht, Veranstaltungsstättenrecht, Security, Erste Hilfe usw.). Ich erlebe immer wieder, dass auch bei „alten Hasen“ im Business viele rechtliche Aspekte unklar oder nicht bekannt sind oder einfach falsch interpretiert werden. Auf der Messe wollen wir mit Vorträgen und individuellen Beratungsständen die Möglichkeit bieten, sich hier beraten zu lassen. Dies ist natürlich auch ein spezielles Service für alle branchenunerfahrenen Personen. Mit der Messe sprechen wir außerdem nur heimisches Publikum an, es gibt hier also keinen Streuverlust für die Aussteller durch die Hosted Buyers aus dem Ausland.

Benkovics: Du bietest eine Dienstleistung für Eventlocations an. Was genau machst du für Locations?

Rudas-Zehender: Die EVE hat drei Standbeine. Natürlich bieten wir für Locationbesitzer (Bauträger, Privatpersonen, Hausverwaltungen, Caterer u. Ä.) an, dass wir die Location auf unser Risiko betreiben oder auf deren Risiko für sie managen. Das andere Standbein ist das Location Consulting. Hier gehen wir international einen ganz neuen Weg und beraten die Kunden in verschiedenen Schritten – vom Planer einer Location bis zum bestehenden Location Manager – in den entsprechenden Bereichen. Das kann zum einen eine Standort- und Nutzenanalyse für den Bauträger sein, um zu entscheiden, wo er welche Location positioniert; das kann die Beratung des Architekten sein, der eine neue Location baut und wir mit unserer fachlichen Erfahrung und den Besonderheiten des Veranstaltungsstättengesetzes mit Rat zur Seite stehen. Das kann aber auch eine bereits bestehende Location sein, die überprüfen lassen will, ob ihre Auslastung bereits das Maximum ist, ob die Werbelinie, die Zielgruppen und dergleichen richtig sind usw. Darüber hinaus bieten wir auch Sales-Schulungen an, die speziell auf die einzelne Location abgestimmt sind, um so das Maximum aus der eigenen Location herausholen zu können. Bei all diesen Dingen darf natürlich auch die sicherheitstechnische und rechtliche Komponente nicht fehlen, das heißt wir schauen uns auch diese Seite ganz genau an und geben dann Empfehlungen und Verbesserungsvorschläge ab, sollte dies notwendig sein.

Close Comments

Comments (2)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  Newsletter kostenlos abonnieren (Jederzeit wieder abbestellbar)